Gründung des Verbandes 1946

Bei der Gründungsversammlung der Zveza slovenskih izseljencev (Verband ausgesiedelter Slowenen) am 1. Feber 1946 im Klagenfurter Gasthof Roth waren 246 Betroffene bzw. deren Vertreter anwesend. Dr. Mirt Zwitter, zu jener Zeit Mitarbeiter der Kärntner Landesregierung und mit der Erhebung der materiellen Schäden betraut, zog eine ernüchternde Bilanz: Unter den 1138 zwangsweise Ausgesiedelten (darunter auch jene von 1944/45) befanden sich 123 Kinder unter fünf Jahren, das Jüngste war zum Zeitpunkt der Vertreibung wenige Tage alt. 253 Kinder waren zwischen 5 und 14 Jahre alt. 86 Personen waren älter als 60, der Älteste unter ihnen war 1942 86 Jahre alt. 89 Männer wurden aus den VOMI-Lagern zur Wehrmacht eingezogen. 63 Personen wurden verhaftet, einige von ihnen sogar in Konzentrationslager überstellt. Insgesamt seien, so Zwitter, 74 Personen verstorben, darunter 13 gefallene Soldaten. Neun Personen galten Anfang 1946 noch als vermisst. Bei der Gründungsversammlung wurde unter anderem beschlossen, dass der 15. April als Gedenktag zu gelten habe.

Über all dieses Leid wurde in den deutschsprachigen Medien nicht berichtet. Die Behörden blieben in der Erfüllung der versprochenen „Wiedergutmachung“ säumig. Doch auch die Anerkennung des Verbandes als Interessenvertretung wurde von den Behörden hintangehalten. Auf diese Weise sollte auch die für den 15. April 1946 geplante Gedenkveranstaltung verhindert werden.

 

Quellen

AZSI, Zapisnik vstanovnega občnega zbora »Zveze slovenskih izseljencev«, 1.2.1946